Neurodivergenz, Autismus und ADHS
– eine ressourcenorientierte Perspektive -
Neurodivergenz beschreibt natürliche Unterschiede in der Funktionsweise des menschlichen Gehirns. Dazu zählen unter anderem Autismus und ADHS. Aus neuropsychologischer Sicht handelt es sich dabei nicht grundsätzlich um Krankheiten oder Defizite, sondern um Varianten menschlicher Informationsverarbeitung, Wahrnehmung und Verhaltensorganisation. Menschen mit neurodivergenten Merkmalen nehmen ihre Umwelt häufig anders wahr, denken auf besondere Weise und verfügen oft über individuelle Stärken, die in bestimmten Kontexten von großem Wert sein können.
Autistische Menschen zeichnen sich beispielsweise häufig durch eine ausgeprägte Detailwahrnehmung, tiefgehende Interessen, analytisches Denken, Ehrlichkeit und ein hohes Maß an Konzentrationsfähigkeit aus. Menschen mit ADHS bringen oft Kreativität, Spontanität, Innovationskraft, Flexibilität und die Fähigkeit mit, sich bei hoher Motivation intensiv auf bestimmte Aufgaben zu fokussieren. Diese Eigenschaften können sowohl im privaten als auch im beruflichen Umfeld wertvolle Ressourcen darstellen.
Gleichzeitig entstehen Herausforderungen häufig dort, wo die Anforderungen der Umwelt nicht zu den individuellen Bedürfnissen und Verarbeitungsweisen passen. Reizüberflutung, Schwierigkeiten mit sozialen Erwartungen, Probleme bei der Selbstorganisation oder ein erhöhter Energieaufwand für alltägliche Anforderungen können zu Belastungen führen. Die damit verbundenen Schwierigkeiten sind daher nicht allein auf die Person zurückzuführen, sondern ergeben sich oft aus dem Zusammenspiel zwischen individuellen Eigenschaften und den Bedingungen des Umfelds.
Vor diesem Hintergrund kann eine Diagnostik von Autismus oder ADHS sehr hilfreich sein. Sie dient nicht in erster Linie dazu, eine Krankheit festzustellen, sondern kann einen wichtigen Beitrag zum Selbstverständnis leisten. Viele Betroffene berichten, dass eine Diagnose langjährige Fragen beantwortet und dabei hilft, eigene Verhaltensweisen, Bedürfnisse und Herausforderungen besser einzuordnen. Anstelle von Selbstzweifeln oder dem Gefühl, „anders“ oder „falsch“ zu sein, entsteht häufig ein verständnisvollerer Blick auf die eigene Persönlichkeit.
Eine fundierte Diagnostik kann zudem dabei unterstützen, individuelle Strategien für den Alltag zu entwickeln, passende Unterstützungsangebote zu nutzen und die eigenen Stärken gezielter einzusetzen. Sie schafft eine Grundlage für Selbstakzeptanz und ermöglicht es, bewusster mit den eigenen Ressourcen und Belastungsgrenzen umzugehen.
Neurodivergenz bedeutet somit nicht zwangsläufig Einschränkung, sondern vor allem Vielfalt. Ein ressourcenorientierter Blick erkennt sowohl die besonderen Fähigkeiten als auch die möglichen Herausforderungen an. Das Ziel ist nicht, neurodivergente Menschen an eine vermeintliche Norm anzupassen, sondern ihnen zu helfen, sich selbst besser zu verstehen und Bedingungen zu schaffen, unter denen sie ihre Potenziale entfalten können.
Eine eindeutige Diagnose kann nur durch eine ausgebildete Fachkraft, wie eine entsprechende Ärztin oder eine Psychologin, gestellt werden.
In dieser Praxis ist eine fundierte diagnostische Untersuchung möglich. Dafür müssen im Vorhinein bestimmte Fragebögen und Tests ausgefüllt werden, um dann ein klinisches Interview zu führen, welches sowohl den aktuellen Alltag als auch die Kindheit betrachtet. Die Tests und Fragebögen werden digital oder analog ausgefüllt. Das Gespräch dauert in der Regel 100 Minuten. Am Ende der Diagnostik erhalten Sie bereits Ihr Ergebnis, welches Ihnen einige Tage später in einem Befundbericht zugeschickt wird.
Da ich psychologische Psychotherapeutin bin, können keine Medikamente verschrieben werden.
Die Kosten für eine ADHS-Diagnostik in unserer Praxis betragen 350 Euro.
Wenn Sie an einer ADHS-Diagnostik interessiert sind, melden Sie sich gern in unserer Praxis.

